FAQs

Der Wasser- und Bodenverband

  • Warum braucht der Rheingau einen Wasser- und Bodenverband?

    Im Rheingau haben wir in der Kulturlandschaft sehr viele Akteure und Bedarfe. Der Wasser- und Bodenverband bündelt Kräfte, Wissen und Ressourcen, um den klimatischen Herausforderungen gemeinsam zu begegnen. 

    Er kann über die Flächen- und Kommunengenzen hinaus agieren. Gerade in der Klimaanpassung ist dies wichtig, denn Wasser oder Hitze sind Herausforderungen, die gesamtlandschaftlich und gemeinsam gelöst werden müssen. 

  • Welche Aufgaben übernimmt der Verband?

    Der Verband hat das Ziel, die natürlichen Ressourcen Boden und Wasser zu schützen und die nachhaltige Bewirtschaftung zu fördern. Zudem soll der Verband die Klimaanpassung in der Kulturlandschaft im Verbandsgebiet stärken. 


    Daraus ergeben sich folgende Aufgaben:


    a. Plant und Koordiniert Bewässerungsprojekte


    b. Unterstützt die Klimaanpassung mit Fokus auf naturbasierten Lösungen


    c. unterstützt eine nachhaltige Bodenbewirtschaftung


    d. Recherchiert und akquiriert Fördermittel für Klimaanpassungsmassnahmen


    f. Bietet eine zentrale Schnittstelle und Ansprechperson für gemeinschaftliche Projekte


    g. bündelt Maßnahmen über Gemeindegrenzen hinweg


    h. Vernetzt Kommunen, Behörden, Wissenschaft und Praxis

  • Warum reicht es nicht, wenn jeder Betrieb seine Flächen selbst bewässert?

    Viele Betriebe verfügen weder über ausreichende Wasserquellen noch über die notwendige Infrastruktur. Eine gemeinschaftliche Planung ermöglicht eine nachhaltige Nutzung der Wasserressourcen, senkt Kosten und ermöglicht den Anschluss vieler Flächen an eine gemeinsame Entnahmestelle. So wird der Aufwand für die Winzer gering gehalten und eine Bewässerung von Flächen erleichtert und zum Teil erst möglich. 

  • Wer kann Mitglied werden?

    Mitglied werden können Personen, Unternehmen oder Verbände, die die Klimaanpassung im Rheingau stärken möchten. Weitere Informationen zu den Mitgliedschaftsmöglichkeiten finden Sie in der Verbandssatzung.

  • Welche Vorteile haben Flächeneigentümer?

    Eigentümer profitieren von einer langfristigen Sicherung und resilienten Entwicklung ihrer Flächen. Maßnahmen zur Klimaanpassung können dazu beitragen, den Wert und die Nutzbarkeit der Grundstücke dauerhaft zu erhalten.

  • Welche Vorteile haben Bewirtschafter?

    Bewirtschafter profitieren von einer verbesserten Wasserversorgung, einer höheren Ertragssicherheit und einer stärkeren Widerstandsfähigkeit der Flächen gegenüber Trockenheit und Starkregen. Das Team des RWB steht den Mitgliedern zudem als Ansprechpersonen zur Verfügung, beantragt Fördermittel für die Maßnahmenumsetzung, bündelt Genehmigungsanträge und organisiert Veranstaltungen für die Mitglieder. 


    Bewirtschafter profitieren unmittelbar von: 

    o Bewässerungsmöglichkeiten

    o Fördermittelakquise

    o Beratung

    o Planungssicherheit

    o Klimaanpassungsmaßnahmen


  • Wie wird der Verband finanziert?

    Der Verband finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge, öffentliche Fördermittel sowie gegebenenfalls weitere Einnahmen. Ziel ist es, möglichst viele Maßnahmen mit Fördergeldern zu unterstützen und die Beiträge der Mitglieder gering zu halten.

  • Wie kann ich mich beteiligen?

    Sie können Mitglied oder Fördermitglied werden, um den verband zu unterstützen. 

Mitgliedschaft

  • Muss ich Mitglied werden?

    Die Mitgliedschaft im Verband ist freiwillig. 

  • Was kostet eine Mitgliedschaft?

    Die Höhe der Beiträge richtet sich nach der Beitrags- und Gebührenordnung des Verbandes. Informationen hierzu stellen wir nach der Gründung des Verbandes transparent zur Verfügung.

  • Bleibt meine Fläche mein Eigentum?

    Ja, durch die Mitgliedschaft geht das Eigentum an Ihrem Grundstück nicht auf den Verband über. Sie bleiben Eigentümer Ihrer Fläche; der Verband übernimmt lediglich die ihm gesetzlich und satzungsgemäß übertragenen Aufgaben.

  • Kann ich auch ohne eigenen Weinberg Mitglied werden?

    Ja, beispielsweise, wenn Sie Flächen bewirtschaften. 


    Grundsätzlich kann jede Person dem Verband als Mitglied beitreten und dadurch die Klimaanpassung in der Region unterstützen. Dabei wird in der Satzung unterschieden zwischen ordentlichen und außerordentlichen Mitgliedern. Näheres zu den Beiträgen finden sie nach Beschluss der Beitrags- und Gebührenordnung auch auf dieser Website.

  • Warum erhalte ich einen Beitragsbescheid statt einer Rechnung?

    Der Mitgliedsbeitrag wird nicht per Rechnung, sondern per Beitragsbescheid erhoben, weil es sich bei dem Wasser- und Bodenverband um eine Körperschaft des öffentlichen Rechts handelt. 


    Der Beitragsbescheid ist die gesetzlich vorgesehene Form der Beitragserhebung und enthält deshalb auch eine Rechtsbehelfsbelehrung. 


    Für die Mitglieder ändert sich am Zweck des Beitrags nichts: Er dient der Finanzierung der gemeinsamen Aufgaben des Verbandes.

Wasserrückhalt

  • Was bedeutet Wasserrückhalt?

    Wasserrückhalt in der Landschaft dient dazu, das oberflächliche Abfließen von Niederschlagswasser zu minimieren und zu verlangsamen indem dieses aufgefangen oder in die Fläche abgeleitet wird, wo es versickern oder verdunsten kann. Das Wasser kann ebenso zwischengespeichert und später genutzt werden. Zu diesem Zweck werden sowohl technische als auch naturbasierte Methoden genutzt. 


    Technische Maßnahmen sind beispielsweise Regenrückhaltebecken oder Rigolen. 


    Naturnahe Wasserrückhaltemaßnahmen sind Maßnahmen, die sich an dem natürlichen Landschaftswasserhaushalt orientieren und natürliche Prozesse fördern. Beispielsweise kann durch Begrünung oder Modellierung Oberflächenabfluss verlangsamt oder gezielt abgeleitet werden, um die Versickerung zu fördern. So kann das Wasser im Boden, unserem größten Wasserspeicher, zurückgehalten und durch die Pflanzen genutzt werden. Auch trägt das versickerte Wasser zur Grundwasserneubildung bei.  

  • Welche Maßnahmen halten Wasser in der Landschaft?

    Je nach Standort kommen unterschiedliche Maßnahmen infrage, beispielsweise Rückhaltebecken, Mulden, renaturierte Gräben, naturnahe Gewässer, begrünte Flächen oder eine angepasste Bewirtschaftung der Böden. Sowohl einzelne große Maßnahmen als auch die Kombination vieler kleiner Maßnahmen bewirken einen effektiven Wasserrückhalt in der Landschaft. 

  • Warum ist Wasserrückhalt ein wichtiger Bestandteil der Klimaanpassung?

    Wasserrückhalt hilft, Trockenheit und Starkregen gleichzeitig zu begegnen. Durch entsprechende Maßnahmen wird Wasser bei Regenfällen in der Landschaft zurückgehalten und kann versickern oder wird gespeichert. Bei Starkregen minimieren die Maßnahmen den unkontrollierten Abfluss, wodurch Erosion und Überschwemmungen entgegengewirkt wird.  

Klimawandel und Weinbau

  • Was ist Klimaanpassung?

    Klimaanpassung umfasst alle Maßnahmen, mit denen wir uns auf die Folgen des Klimawandels einstellen. Ziel ist es, die Auswirkungen von Hitze, Trockenheit oder Starkregen zu verringern und Landschaft oder Siedlungsräume langfristig widerstandsfähig zu machen. Zu Klimaanpassungsmaßnah¬men zählen viele naturbasierte Ansätze, wie etwa die Begrünung von Ort-schaften zur Kühlung oder die Schaffung dezentraler Wasserrückhalte in der Landschaft.  Klimaanpassungskonzept verlinken

  • Warum ist Klimaanpassung im Rheingau notwendig?

    Der Rheingau ist klimawandelbedingt von erhöhten Temperaturen, längeren Hitze- und Trockenperioden sowie einer erhöhten Starkregen betroffen. Diese Veränderungen belasten Weinbau, Böden und Wasserhaushalt. In den kommenden Jahrzehnten ist eine Zunahme dieser und weiterer Extremereignisse zu erwarten. Durch frühzeitige Anpassungsmaßnahmen können Landschaften, Siedlungen oder Prozesse resilienter gestaltet werden, sodass Schäden reduziert und die Folgen des Klimawandels abgepuffert werden. 

  • Was ist eine Schwammlandschaft?

    Der Begriff Schwammlandschaft bezeichnet eine Landschaft, die Wasser besonders gut zurückhalten kann. Gesunde Böden, naturnahe Gewässer oder spezielle Landschaftsstrukturen helfen dabei, Niederschlagswasser aufzufangen, den Abfluss zu verlangsamen, Wasser zu infiltrieren oder zwischenzuspeichern, wie in einem Schwamm. So werden sowohl Wasserüberschüsse als auch Defizite in der Landschaft verringert. Dadurch steht Wasser in Trockenzeiten länger zur Verfügung und gleichzeitig werden Hochwasserspitzen nach Starkregen reduziert. Staunässe soll dadurch nicht herbeigeführt oder gefördert werden. 

  • Warum sollen Weinreben bewässert werden?

    Reben haben je nach Entwicklungsphase einen unterschiedlichen Wasserbedarf. Gerade in langen Trockenperioden reicht der natürliche Wasservorrat im Boden häufig nicht mehr aus. 


    Eine gezielte und bedarfsgerechte Bewässerung kann helfen, die Reben gesund zu erhalten und Erträge zu sichern. 


    Eine Steigerung der Erträge wird durch eine bedarfsgerechte Bewässerung durch den RWB nicht angestrebt.

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